Andrew Taylor Still, geb. 1828, der Begründer der Osteopathie, war ein amerikanischer Arzt. Er war der Ansicht, dass der Körper alle Mittel besitzt die zu seiner eigenen Heilung notwendig sind. Als Jäger entwickelte er früh ein tiefes anatomisches Verständnis. Zu den medizinischen Behandlungsformen gehörten damals die Gabe von Abführmitteln, Betäubungsmitteln und Quecksilber, sowie die Durchführung von Aderlässen teils bis zur Bewusstlosigkeit. Er verlor 1864 drei seiner Kinder bei einer Meningitis-Epidemie. Dieses Ereignis führte ihn in eine tiefe spirituelle Krise, zu seiner Abkehr von der orthodoxen Medizin und zur Entwicklung einer systematischen Behandlungsform, aus der er 10 Jahre später die Wissenschaft der Osteopathie hervorbrachte. Seiner Meinung nach stehen das Muskel- und Skelettsystem, das Gefäß- und das Lymphsystem im Vordergrund sowie die Annahme einer naturgegebenen Immunität, die es dem Körper erlaubt, sich selbst zu heilen.